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Gedenken zum Volkstrauertag

18.11.2019

Das Gedenken zum Volkstrauertag in Rethem begann mit dem Gottesdienst, in dem Pastor Philipp Wollek all derer gedachte, die Gewalt und Krieg hatten erleiden müssen, aufgrund ihrer Hautfarbe oder Gesinnung Verfolgung ausgesetzt waren oder es auch immer noch sind, und all derer, die fliehen mussten oder sich gerade jetzt auf der Flucht befinden, es sind Hunderttausende. Dem schloss sich auch Samtgemeindebürgermeister Cort Brün Voige an, der darauf hinwies, dass es den Volkstrauertag seit nunmehr 100 Jahren gäbe. Kriege habe es immer gegeben, es sei an uns etwas daraus zu lernen, damit sich derartiges nicht wiederholt. Bislang bleibe aber die bittere Erkenntnis, dass die Menschheit nicht bereit sei, daraus Schlüsse zu ziehen. Überall auf der Welt gebe es Gewalt und Krieg. Wir müssten dankbar sein, dass zumindest wir in Mitteleuropa über 70 Jahre in Frieden hätten leben können.

 Im Schweigemarsch ging es dann zum Ehrenfriedhof und anschließend zum Kriegerdenkmal, wo Schüler freiwillig zusammen mit ihrer Lehrerin Sigrun Timme  eine Aktion vorbereitet hatten. Zunächst verlasen sie alle Namen von Rethemern, die im 2. Weltkrieg zu Tode gekommen waren. Außerdem hatten sie sich mit verschiedenen Themen auseinandergesetzt mit Bezug auf Krieg und Frieden und deren Folgen: Dem Glück ohne Krieg zu leben-mit Familien, deren Angehörige mit dem Krieg in Berührung sind. Wie erging es Familien, die vor der faschistischen Gewalt der Nazis hatten fliehen müssen? Wie wurden sie von anderen Ländern aufgenommen? Und hat sich daran etwas geändert? Wie gehen wir mit Flüchtlingen um? Ist ein Frieden ohne Gerechtigkeit überhaupt möglich? Auch zu modernen Waffensystemen und deren Einsatz hatte man Überlegungen angestellt. Was die Schüler an Gedanken zu diesen Themen zusammengetragen hatten wurde von einzelnen Sprechern vorgetragen. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Rethemer Posaunenchor, der ein Mammutprogramm zu absolvieren hatte. Bei einer Temperatur um den Gefrierpunkt, mussten sie an sechs Stellen, zweimal in Rethem, in Stöcken, Frankenfeld Altenwahlingen und Wohlendorf ihre Instrumente auspacken und dann mit klammen Fingern einigermaßen sauber spielen. Ihnen gebührt ein besonderes Lob.

Text und Bild: bä/Walsroder Zeitung

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Gedenken zum Volkstrauertag